Tierschutz-News

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 Wann brauchen Jungvögel unsere Hilfe?
 
 Aus dem Gebüsch im Garten ist aufgeregtes Zwitschern zu hören. Die Amseln haben sich auch in diesem Jahr dazu entschieden, ihre Jungen dort aufzuziehen. In der Hecke am Ende des Gartens ist ebenfalls einiges los. Auch dort fliegen Altvögel regelmäßig zum Füttern ihrer Kleinen ins Nest. Die Brutzeit ist in vollem Gange und wir Menschen sollten dabei möglichst wenig stören. Dafür ist es wichtig, dass Hundehalter ihre Vierbeiner in Wald und Flur an die Leine nehmen und dafür sorgen, dass sie den Vogelnachwuchs in Ruhe lassen. Weiterhin sollten auch Menschen ohne tierische Begleitung versuchen, sich möglichst rücksichtsvoll zu benehmen.

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Ein Vormittag in der Katzenauffangstation...

Ca. 7:10 Uhr dreht sich der Schlüssel im Schloss zur Eingangstür, das Signal für viele Katzenstimmchen zu einem Begrüßungschor. Schließlich war die Nacht lang und der Hunger ist groß. Zuerst ein Blick auf die Infos von Frau Schwalbe, der Leiterin der Auffangstation: hat sich bei der Medikation etwas geändert? – ist irgendwo Durchfall aufgetreten? – Hatte Johny abends wieder erbrochen? – Ist eine frisch kastrierte Katze (von der Kastrationsaktion an wild lebenden Katzen) im Zimmerchen drüben in der Halle zu versorgen ?- Ist für die nächsten Tage ein Tierarztbesuch geplant?

So nun aber gleich an „die Fütterung sämtlicher Raubtiere“. Am besten zuerst die Zimmer, aus denen das ungeduldigste Miauen kommt. Hinter den Glasscheiben sind schon ein paar gespannt aufgerichtete Katzensilhouetten zu erkennen. Vorsicht beim Öffnen der Tür: Katzen sind furchtbar neugierig und haben einen ungebremsten Freiheitsdrang! - Geschafft – ich bin drinnen und keiner ist ausgebüxt. Schon hängt mir „Söckchen“ an den Hosenbeinen und robbt sich hoch. Manchmal ist der Liebesdurst noch größer als der Hunger, also schnell schon vorab ein paar Liebkosungen für jeden. Jetzt das vergitterte Fenster öffnen und sichern, zur Ablenkung zwei Bällchen werfen und ganz schnell hinaus mit den Tabletts aus dem Zimmer.

Beim Richten des Futters ist Konzentration angesagt. Waren die Tellerchen alle leer, oder ist irgendwo etwas übrig geblieben, vielleicht auch eines kaum angerührt? Katzen sind bekanntermaßen Feinschmecker und würden manchmal lieber verhungern, als etwas zu essen, was ihnen nicht schmeckt – und sie sind Individualisten! Dem kann man Rechnung tragen, schließlich führen wir alle Geschmacksrichtungen! Nein Arznei brauchen unsere vier Halbstarken nicht, auch kann es jetzt normales Trockenfutter sein, kein Welpenfutter mehr. Das Wasser stelle ich besser vor der Türe ab. Wenn die Meute am Futtern ist, kommt man leichter ins Zimmer ohne etwas zu verschütten.

Im nächsten Raum sitzt Suzi, ein Neuzugang. Sie ist noch nicht wählerisch, isst nach einem Tag Eingewöhnungsschwierigkeiten mit gutem Appetit und hat heute auch das Klo benutzt. Sie hat schon Schlimmes erlebt, wovon sie ununterbrochen „erzählt“, aber inzwischen hat sie wohl schon wieder gute Erfahrungen mit Menschen gemacht, so dass sie auch bei uns schnell Vertrauen gefasst hat. Ihre Sehnsucht nach Liebkosungen ist riesengroß, zumal sie eben noch alleine sitzt. Nach der vollständigen Eingewöhnung wird sie einen Tierarztcheck stressfreier verkraften. Ist sie gesund, werden wir auch Gesellschaft für sie finden.

In den nächsten beiden Räumen muss Arznei verabreicht werden, das macht man besser vor dem Füttern, falls sie nicht mit dem Futter vermischt werden kann. Niemand von uns Helferinnen macht das gerne, aber „wat mut,dat mut“ und zum Glück sind unsere Lieben nicht nachtragend, sie wehren sich nur nach Kräften – verständlich, oder?

Johny, ein älterer Kater, hat ein Fellproblem und gleichzeitig keinen ganz stabilen Magen, aber einen guten Appetit. Seine Arznei kann man problemlos unters Futter mischen. Am besten nehme ich gleich Papier und einen nassen Putzlappen mit, wenn ich seine Näpfchen hole, da er manchmal Magensaft mit vielen Haaren erbrochen hat. Deshalb bekommt er gleich auch noch Nahrungsergänzungsmittel aufs Futter für die Passage der Haare durch den Verdauungstrakt.

Mein Gott, schon nach halb neun, Sissi muss vor 9 Uhr zur Kastration zum Tierarzt nach Schwetzingen gebracht werden. Lilly soll auch gleich noch eine Spritze bekommen. Der Tierarzt ist zufrieden mit ihr. Sissi wird am Abend von Frau Schwalbe wieder abgeholt, wenn sie aus der Narkose erwacht ist.

Gleich 9:40 - zweite Runde:

Katzenklos reinigen und nachfüllen. Kaum bin ich auf den Knien, schon sitzt Äffchen auf meinem Rücken und zaust meine Haare. Anschließend beim Fegen reitet Söckchen auf dem Besen und Socke rennt mir zwischen die Beine. Bloß keinen Schritt rückwärts machen, ohne sich umzudrehen! Alle Tücher sind vom Fenster und den Kratzbäumen heruntergefegt bei unseren vier Rabauken und überall wo meine Hände sich zu schaffen machen, sind sie dabei.

Da und dort gibt es noch einen Nachschlag für besonders hungrige Mäulchen. Dann ist auch der Eimer mit dem benutzten Streu voll,– nirgends war heute Durchfall! Also gleich runter zur Mülltonne.

Die Näpfchen sind eingeweicht. Währenddessen schreibe ich einen Kurzbericht für Frau Schwalbe und die Helferinnen von abends.

10:45 – dritte Runde: Das Geschirr ist aufgeräumt. Jetzt kommt der schönste Teil, die Schmuserunde! Zuerst sind heute die zwei Babys mit der wilden Mutter in der Halle dran. Die Beiden müssen unbedingt zur Vermittlung handzahm und zutraulich werden zur Vermittlung. Gar nicht so leicht, an sie heranzukommen; Mutti passt höllisch auf und sie ist so scheu und ängstlich, dass man nicht weiß, wie sie reagiert. Armes Tier – sie ist unvermittelbar und muss nach der Kastration wieder an ihre Futterstelle zurück gebracht werden, sobald sie sich erholt hat. Aber wenigstens ist sie dann unfruchtbar. Vielleicht weiß sie es sogar zu schätzen!?

Die Anderen in den 5 Zimmern im Haupthaus warten schon auf Spielen mit Bällchen, Schnürchen und allerhand Katzenspielzeug, das ja erst dadurch interessant wird, dass Mensch daran hängt und es bewegt. Dann setze ich mich hin und je nach Temperament und Alter landen sofort ein bis vier Tiere auf meinem Schoß, teils über- und untereinander, so groß ist das Bedürfnis nach menschlicher Nähe und Streicheleinheiten. Letztere lassen sich auch gut mit Fellbürsten verbinden, was meistens als wohltuend empfunden wird.

Immer wieder erstaunt es mich, dass Tiere, die nicht viel Gutes erfahren haben, doch relativ rasch wieder Vertrauen zu den Menschen fassen, die sich um sie bemühen. Und ist mal ein schwierigeres Tier darunter, so muss man ihm einfach Zeit geben, es kommen lassen, sich auf den Boden setzen oder legen (auf gleiche Ebene), mit ihm ganz ruhig reden, ihm Leckerli anbieten, vorsichtig die Hand zum Beschnuppern hinhalten. Irgendwann ist der Damm gebrochen, und sie können vermittelt werden. Ein echtes Glücksgefühl!

Ein bisschen wehmütig verlasse ich für heute jedes der Zimmer mit einem „Tschüs bis morgen“ und dem Trost: “heute Abend kommt wieder eine Liebe zu euch“.

Gleich 12 Uhr. Da könnte ich noch rasch im Drogeriemarkt Katzenstreu für diese Woche besorgen, denn morgen ist Putztag, da wird es später. Ich bin müde, aber es war wieder ein schöner Vormittag!

(eine der 5 Helferinnen, die sich wochenweise am Vormittag abwechseln).

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  • Sittichhahn
    Sittichhahn Netter, noch junger Wellensittich-Hahn, weiß mit blau, sucht neues Zuhause…

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